Lindenbaum erinnert an das Leid vor 80 Jahren

Eine Linde als lebendiges Mahnmal: 80 Jahre nach der Vertreibung aus Plankenhausen wird Geschichte greifbar. Die bewegende Gedenkfeier verbindet Erinnerung, Schmerz und Hoffnung auf Versöhnung. Persönliche Schicksale, gemeinsames Gedenken und ein starkes Zeichen für Zusammenhalt stehen im Mittelpunkt. Was bedeutet Heimat – damals und heute?

Wenn Luxusprobleme an Grundsatzfragen rütteln

Von Richard Guth Der liebe Leser könnte gleich meinen: wieder er mit seinen Luxusproblemen. Ja, gewissermaßen Luxusprobleme, denn vielerorts hat man nicht einmal das. In den besagten Gemeinden in der Region Nord feiert man in der Tat jede Woche deutsche Messen, mal samstags, mal sonntags, denn der jeweilige Pfarrer muss mehrere Kirchen bzw. Gemeinden versorgen. Neulich an einem lauen Sommerabend

Aus aktuellem Anlass

Wenn einem das Gedicht „Meine zwei Sprachen“ des vor 110 Jahren geborenen Franz Zeltner in den Sinn kommt Von P. Rieckmann Während ich Ende Januar 2021 den Artikel „Für das deutsche Volk in Ungarn – 100 Jahre Sonntagsblatt” von Herrn Georg Krix studierte, kam mir Einiges, was ich darin las, irgendwie vertraut vor. Bald wurde mir klar, warum: Es war

Um verlassene deutsche Dörfer zu finden muss man nicht nach Siebenbürgen fahren

Bergrückener Geschichten 3 Von Patrik Schwarcz-Kiefer Neulich war das 335-Seelen-Dorf Kisvaszar (dt. Wasser) aufgrund von Korruptionsvorwürfen bezüglich des Roma-Integrationsprogramms öfters Thema in der ungarischen Öffentlichkeit. Vor deren Hintergrund hätten sicherlich wenige gedacht, dass im Falle dieses Dorfes im Tolnauer Bergrücken/Hegyhát um ein ehemals deutsches Dorf handelt. Wasser wurde 1750 mit Donauschwaben aus dem Komitat Tolnau/Tolna wiederbesiedelt. Der Volksbund wurde im

Am Rande eines runden Jubiläums

Von Christine Schweighofer Ein neues Jahr spornt einen immer wieder nicht nur zur Voraus-, sondern auch zur Rückschau an. Besonders auch dieser Jahresbeginn, denn genau vor vierzig Jahren, am 5. Februar 1981, ist mein Onkel, Julius Gottfried Schweighofer verstorben. Etwa 10 Jahre später – zwei Jahre nach der Wende – begann ich im Historischen Archiv nachzuforschen… Meine Eltern erzählten, was

Christian Dintzl, der vor 300 Jahren den Wuderscher Vertrag mit Gräfin Susanne Bercsényi unterschrieben hat

Ein Beitrag von Klara Steinhauser. Erstmalig erschienen am 04. 05. 2021 auf der Webseite “minalunk.hu” Wudersch/Budaörs. Veröffentlichung in deutscher Übersetzung mit freundlicher Genehmigung von Klara Steinhauser. Deutsche Übersetzung: Armin Stein Genau vor 300 Jahren, an einem Morgengrauen im April, bereitete sich Christian Dintzl im Stillen vor. Seine Frau saß auf der Bettkante und stillte die kleine Magdalena. Er verabschiedete sich

Traditionslokal und Treffpunkt- Das Rotburger Brauhaus in Werischwar

von Csenger Ujvári Als in Ungarndeutscher sehe ich es als eine meiner wichtigsten Aufgaben an, unsere Kultur zu erhalten und zu pflegen. Meiner Meinung nach können wir dies tun, indem wir uns gegenseitig unsere eigenen Geschichten erzählen. Es hilft immer, wenn wir ein gutes Essen und ein gutes Getränk zusammen haben können. Als Ungarndeutsche kann ich mit Sicherheit sagen, dass

Vor 75 Jahren kamen Vertriebene aus Plankenhausen im hessischen Weilburg an

Die ersten Jahre der Vertriebenen in der neuen Heimat Übermittelt von Johann Geigl Am 5. Juni 1946 kam ein ganzer Güterzug mit Heimatvertriebenen aus Nordwest-Ungarn in Weilburg an. Es waren 521 Personen aus dem Ort Győrsövényház (Plankenhausen) und 60 Personen aus dem Ort Lébény (Leyden). Jeweils 30 Personen waren in einem Viehwaggon eingepfercht. Sie saßen auf ihrem Gepäck (ca. 30

Ein ewiger Kampf um den Fortbestand

Im Gespräch mit Franz Schaffner, einem der Vizepräsidenten des Bündnisses der germanischen Regionalsprachen in Frankreich (Elsass, Ostlothringen und Flandern) Von Richard Guth Mein Kurzbesuch im Elsass (siehe Reisenotizen im SB 4/2020) ließ noch viele Fragen offen. Wie es heutzutage so ist, griff ich zur Laptoptastatur, um mich über die Lage der deutschen Sprache und der deutschen bzw. deutschsprachigen Bevölkerung zu

Doch der deutschen Sprache den Vortritt lassen, oder?

Über Realitäten, Komfortzone und die wahre Aufgabe unsereiner Von Richard Guth In letzter Zeit erreichten mich Impulse, an denen Unseraans nicht so einfach vorbeigehen kann. Es geht wieder mal um das leidige Thema Sprachgebrauch. Manche Stimmen würden wieder sagen: „Du sollst die Dinge bei Namen (im wortwörtlichen Sinne) nennen, sonst verpufft die Wirkung und alles bleibt beim Alten!” Letzteres mag

Bewegte Zeiten

Madjarische Sprachwissenschaftlerinnen aus der Karpatoukraine über deutsche Sprache, Minderheitendasein und mögliche Auswirkungen des neuen Sprachgesetzes SB: Sie sind beide Wissenschaftlerinnen und arbeiten an der Ungarischen Hochschule der Karpatoukraine Ferenc II. Rákóczi – Sie hielten Mitte Dezember 2020 im Rahmen einer vornehmlich englischsprachigen Konferenz zu Bildungsfragen einen deutschsprachigen Vortrag, was bemerkenswert ist. Worum ging es auf dieser Konferenz und in Ihrem

„Ich war nie Berufsungarndeutscher“

SB-Redakteur Armin Stein im Gespräch mit dem ungarndeutschen Philosophen Johann Weiss SB: Johann, Du bist 1957 in Sier/Szűr, einem kleinen, ungarndeutschen Dorf in der Nähe von Mohatsch geboren. Wie habt ihr zu Hause gesprochen? Wie ist der Sierer Dialekt? Wie wurde mit der ungarndeutschen Identität in deiner Familie umgegangen? Wo hast du Ungarisch gelernt? JW: Als ich ein Kind war,

Drei Tugenden für die deutsche Sprache in Ungarn

von Armin Stein Lage Die Situation der deutschen Sprache innerhalb der ungarndeutschen Minderheit ist leider  problematisch. Es ist Normalität für Kinder und Jugendliche die deutsche Sprache zum ersten Mal erst innerhalb einer Bildungseinrichtung anzutreffen. Diese Situation verursacht ein spezielles Verhältnis der Kinder zu der deutschen Sprache. Für die ungarndeutsche Gemeinschaft ist es jedoch unerlässlich Kindern ohne muttersprachlichen Hintergrund eine Möglichkeit

Schicksalsfragen

Von Prof. em. Dr. Josef Bayer Ich verfolge mit hohem Interesse die Artikel im Sonntagsblatt, welche sich um die Fragen der Identität der Ungarndeutschen kreisen. Die Erinnerungen, Lebensgeschichten, Rückblicke auf die Ereignisse, welche die Lebenslage des deutschen Volkstums in Ungarn beeinträchtigten, die Zukunftsaussichten auf ein Gemeinschaftsleben, die noch möglich sind – oder auch nicht. Am Anfang des Systemwandels in Ungarn,

Doppelmoral

Von Dr. Jenő Kaltenbach Es gab zwei Volksgruppen im Ungarn der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, die einen schweren Schicksalsschlag erleiden mussten: die Juden und die Ungarndeutschen. Um jegliches Missverständnis von vornherein zu vermeiden: Damit will ich ihr Los nicht gleichstellen. Zwar wurden beide wie Rinder zusammengetrieben und in Viehwagons gesperrt, aber die Reise endete für die Juden in den

Ungarndeutsche in der weiten Welt (2) – Kraftfahrer Anton Baling

Von Richard Guth Es war ein „Gefällt mir“ oder ein Kommentar, ich weiß nicht mehr genau – der Name Baling (Báling) hat jedenfalls meine Aufmerksamkeit geweckt. Könnte er womöglich mit dem großen Journalisten und Sohn unserer Volksgruppe, Josef Baling, verwandt sein?! Nachfrage (kostet nichts), dank Facebook aber lange keine Antwort (schwierig, wenn man mit einem nicht „befreundet” ist)! Am dritten

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