Mit Heimatpflege in die Stratosphäre

Eine Woche voller Musik, Tanz und echter Volkskultur: Der ungarndeutsche Musikant Franzl Mohl berichtet von seinen unvergesslichen Erlebnissen bei der Volksmusikwoche in Herrsching am Ammersee. Zwischen Jodlern, Workshops und nächtlichen Wirtshausrunden wird spürbar, wie lebendig Tradition sein kann – und warum sie Menschen über Grenzen hinweg verbindet.

Was für uns noch bleiben darf

Die Vandalen hinterließen in Karthago mit den Antoninus-Pius-Thermen ein UNESCO-Erbe – 1500 Jahre nach ihrem Untergang. Und wir? In Ungarn verschwinden deutsche Kirchen, Friedhöfe und Häuser zunehmend aus dem Ortsbild. Unsere Sprache verstummt, doch unser bauliches Erbe könnte bleiben – wenn wir es schützen. Es geht um Wurzeln, Identität und Sichtbarkeit. Werden wir aktiv, bevor auch diese Spuren verwehen!

Jeder Ungarndeutsche ein Musikant

„Jeder Ungarndeutsche ein Musikant“ – in Waschludt/Városlőd wurde das beim 16. Landestreffen der Familienmusikanten lebendig. Generationen musizieren gemeinsam, bewahren schwäbische Tradition und geben Identität weiter – oft stärker durch Musik als durch Sprache. Von leidenschaftlichen Laien bis zu Profis: Hier wird Kultur familiär gelebt. Warum Akkordeons Herzen verbinden und Kinder ihre Väter zurück auf die Bühne holen?

„Wenn die Sprache wegfällt, dann ist alles Tanzen und Singen völlig umsonst”

„Wenn die Sprache wegfällt, dann ist alles Tanzen und Singen völlig umsonst“: Seit 55 Jahren prägt Johann Schuth die ungarndeutsche Medien- und Kulturszene. Im Gespräch blickt der NZ-Chefredakteur auf prägende Momente, redaktionelle Freiheit, Minderheitenpolitik und die Zukunft der Volksgruppe zurück. Warum für ihn alles an der Sprache hängt – und weshalb er dennoch Optimist bleibt, lesen Sie im Interview.

„Familienfreundliches Ungarn”- dem Zeitgeist entgegen

Ungarn setzte mit einer aktiven, wertebasierten Familienpolitik europaweit Akzente und erzielte zeitweise einen spürbaren demografischen Aufschwung. Doch Krisen, Inflation, gesellschaftlicher Wandel und strukturelle Schwächen bremsten den Erfolg. Der Beitrag analysiert Ursachen, Versäumnisse und neue Wege – auch mit Blick auf die Ungarndeutschen.

Es könnte eng werden

Die Zahl der Registrierten auf der Deutschen Liste sinkt spürbar – und das Tempo zieht an. Immer mehr Wahlbürger kehren ihr den Rücken, nicht nur bei den Deutschen, sondern auch bei anderen Nationalitäten. Kritiker sehen strukturelle Probleme, ungelöste Gerichtsurteile und wachsende Frustration. Wird das Vorzugsmandat dadurch ernsthaft gefährdet? Ein Blick auf Zahlen, Hintergründe und regionale Trends zeigt: Es könnte eng

Die Zerstörung der Dorfgemeinschaften begann bereits im Frühjahr 1944

Im Frühjahr 1944 begann auch in den schwäbischen Dörfern die Zerstörung gewachsener Gemeinschaften. Der Artikel erinnert an jüdische Familien aus Boschok, ihr friedliches Zusammenleben mit der deutschen Bevölkerung – und ihr tragisches Schicksal durch Holocaust, Verschleppung und Vertreibung. Persönliche Geschichten machen das Ausmaß des Verlustes greifbar und mahnen zum gemeinsamen Gedenken.

„Von Lyrik getragenes Leben“

Eine lyrische Feier zwischen Kulturen und Sprachen. Im Wiener Pygmalion-Theater präsentierte Hans Dama zwei Gedichtbände, die eindrucksvoll zeigen, wie Lyrik Brücken baut – zwischen Deutsch und Rumänisch, zwischen Leben, Verlust und Natur. Seine Gedanken über das Wesen der Poesie und die Lesungen machten deutlich: Lyrik lebt vom Leser. Neugierig geworden? Jetzt weiterlesen und eintauchen

Wie wir einst noch zu einem Stamm werden könnten

Der Autor reflektiert kritisch über Identität, kulturellen Verlust und das schwierige Miteinander von Ungarndeutschen und neu zugezogenen Deutschen. Zwischen gut gemeinter Hoffnung und ernüchternder Realität stellt sich die Frage: Kann eine Gemeinschaft von innen heraus erneuert werden – oder ist der Zerfall unumkehrbar?

Reisenotizen (20) Semplin

Eine Reise ins abgelegene Semplin führt nach Komlóška, ins Herz der russinischen Minderheit – und weiter nach Trautsondorf, ein schwäbisches Dorf im Tokajer Weinland. Zwei Orte, zwei Minderheiten, ähnliche Herausforderungen: Abwanderung, Sprachverlust, Identität im Wandel. Landschaftlich bezaubernd, gesellschaftlich nachdenklich stimmend.

Analog, digital, genial

Analog, digital, genial beleuchtet den Wandel des Unterrichts im digitalen Zeitalter. Der Beitrag zeigt, wie digitale Werkzeuge und künstliche Intelligenz den Deutschunterricht nicht ersetzen, sondern bereichern können – als Chance für mehr Kreativität, Lebendigkeit und neue didaktische Wege. Offenheit und Weiterentwicklung werden zum Schlüssel moderner Bildung.

Das ungarndeutsche Schulwesen im Wandel

Wie verändert sich das ungarndeutsche Schulwesen in Zeiten von Englisch-Dominanz und Identitätswandel? Im Gespräch gibt Lehrerin Eva Priegl ehrliche Einblicke in Chancen, Herausforderungen und persönliche Erfahrungen rund um Sprache, Tradition und Bildung am Friedrich-Schiller-Gymnasium. Ein Text über Engagement, Hoffnung und die Frage, wie ungarndeutsche Identität weitergegeben werden kann.

80 Jahre Vertreibung aus der alten Heimat

Heute vor 80 Jahren begann die Vertreibung der Deutschen aus Ungarn – als erste Gemeinde traf es das nahe Budapest gelegene Wudersch. Seit über zehn Jahren begehen wir am 19. Januar den Gedenktag der Verschleppung und Vertreibung. Anlässlich des Gedenktages lesen Sie einen Beitrag des Heimatvertriebenen Johann Geigl aus Plankenhausen/Győrsövényház.

„Man kann Minderheitenpolitik nicht aus der Opposition heraus betreiben”

Gregor Gallai, Spitzenkandidat der Deutschen Liste, erklärt im Interview mit der „Népszava“, warum Minderheitenpolitik nur durch Kooperation mit der Regierung wirksam sein kann. Er spricht über Generationenwechsel, Dialogfähigkeit über Parteigrenzen hinweg und seine Haltung zur bisherigen Minderheitenpolitik. Ein spannender Einblick in politische Verantwortung und Gratwanderungen.

Jugend – Pfand der Zukunft

Im Gespräch mit Tamás Taschner, dem neuen Vorsitzenden der Deutschen Selbstverwaltung Ödenburg, wird klar: Die Zukunft der Gemeinschaft liegt in der Jugend. Mit Workshops, Kurzfilmprojekten, Festen und einer neuen zweisprachigen Homepage will er Identität und Sprache stärken. Trotz Herausforderungen bei den Deutschkenntnissen setzt Taschner auf Engagement, Offenheit und neue Ideen.

Geschichte wird lebendig

Der Nationale Atlas Ungarns beeindruckt kartographisch – doch blendet er zentrale historische Wahrheiten aus. Besonders die Geschichte der Ungarndeutschen, Assimilation und Vertreibung nach 1945 bleiben weitgehend unerwähnt. Was bedeutet es, wenn Karten sprechen, aber Geschichte schweigt? Ein kritischer Blick auf ein Werk, das mehrstimmig hätte sein müssen.

Folgen Sie uns in den sozialen Medien!

Spende

Um unsere Qualitätsarbeit ohne finanzielle Schwierigkeiten weitermachen zu können bitten wir um Ihre Hilfe!
Schon mit einer kleinen Spende können Sie uns viel helfen.

Teilen:
Geben Sie ein Suchbegriff ein, um Ergebnisse zu finden.

Newsletter

Möchten Sie keine unserer neuen Artikel verpassen?
Abonnieren Sie jetzt!