Lindenbaum erinnert an das Leid vor 80 Jahren

Eine Linde als lebendiges Mahnmal: 80 Jahre nach der Vertreibung aus Plankenhausen wird Geschichte greifbar. Die bewegende Gedenkfeier verbindet Erinnerung, Schmerz und Hoffnung auf Versöhnung. Persönliche Schicksale, gemeinsames Gedenken und ein starkes Zeichen für Zusammenhalt stehen im Mittelpunkt. Was bedeutet Heimat – damals und heute?

Reisenotizen spezial: Günser Bürgerhaus wurde zum neuen Leben erweckt

Von Richard Guth Wir befinden uns an der Sprachgrenze: Der nächste Ort in nordwestlicher Richtung, bereits auf österreichischem Staatsgebiet, ist der Wallfahrtsort Rattersdorf, seit jeher mit einer deutschsprachigen, heanzischen Bevölkerung. Wenn man den Weg in Richtung Steinamanger nimmt, so befindet man sich rasch auf ungarischem Sprachgebiet: Lukácsháza heißt die Anrainer-Gemeinde südlich von Güns/Kőszeg (dem Gegenstand des Beitrags). Ergänzt wird die

Reden wie daheim

Mundartinitiative aus Nadwar bereitet sich auf drittes Treffen vor / einschneidende Veränderungen beim Mundartgebrauch seit der Wendezeit __________________________________ Von Richard Guth „Die Idee des Mundarttreffens kam von Ladislaus Leirer, er ist der Initiator unserer Veranstaltung, ein gebürtiger Nadwarer. Als er mich über seine Pläne informierte, bot ich ihm meine Hilfe an. Als Regionalbüroleiterin habe ich gute Kontakte zu anderen Regionen.

Irma Steinschs NS-Kampfdienst im Volksbund der Deutschen in Ungarn 1939–1944

(Ausschnitte aus dem Vortrag auf dem Stiftungsfest der „Suevia Pannonica“ Vereinigung ungarndeutscher Akademiker, Haus der Heimat Stuttgart, den 13. April 2024) Von Krisztina Kaltenecker Der ehemalige „Volksgruppenführer“ Franz Anton Basch (1901–1946) führte nach der Niederlage Ungarns im Zweiten Weltkrieg im Jahre 1945 in seinem Volksgerichtsprozess in Budapest zu Irma Steinschs Person, Anstellung und Tätigkeit im Volksbund der Deutschen in Ungarn

Spielerisch Dialekt pflegen

Auslandsdeutsche des Jahres 2023 Manon Zinck-Dambach aus dem Elsass im SB-Interview __________________________________ SB: Wie kam es dazu, dass Sie beim Wettbewerb angetreten sind? Welche Erwartungen verbanden Sie damit? MZ: Die Internationale Medienhilfe hat Kontakt mit mir aufgenommen, um mich aufzumuntern am Wettbewerb mitzumachen. Sie haben mir gesagt, dass mein Profil prima passe und dass es sehr gut wäre für meine

Wos mr af unse Fouhne schreiwe

Von Robert Becker Ti Täk, wu mr to in Ungan nuch Schwowe woan, sen vepei. Wenn ich em treißich Joah äldr wär, tät ich vleicht a nimmi leep, owr noch häd ich als ksocht: „Wos wellt er mit ten Unganteitsch, ich sen en Schwop.“ – Tes häd ich selpst noch ksocht, wenn ich ‘s tomols aa kewesst hätt, taß ich

Das Bleyer-Dilemma – Volks- oder Staatszugehörigkeit?

Von Patrik Schwarcz-Kiefer Das Jakob-Bleyer-Heimatmuseum in Wudersch veranstaltete anlässlich des 150. Geburtstages von Jakob Bleyer Ende Januar eine würdige Gedenkveranstaltung. Andreas Grósz hielt einen Vortrag über das Leben Bleyers, in dem er u. a. auf das Dilemma Bleyers einging: Soll die ungarndeutsche Identität auf der Staatszugehörigkeit basieren und die Deutschen damit letztlich Hungari (Deutschungarn, gleichberechtigte Mitglieder der ungarischen Nation) sein

Hans Dama zum 80.

Von Prof. Dr. Nelu B. Ebinger Mag. Dr. phil. Hans Dama, der weitbekannte banatschwäbische Dichter und Hochschullehrer aus Wien, wurde am 30. Juni 1944 in Großsanktnikolaus (ung. Nagyszentmiklós, rum. Sannicolau-Mare) im heutigen Westrumänien geboren. Seine Eltern waren in der Landwirtschaft tätig, sodass Hans als Akademiker erster Generation in der Familie gilt. Der Familienname ist französischen Ursprungs (Damas), was auf die

„Auf für eine frische, landesweite Kulturbewegung!“

Lehrer, Heimatforscher und Kulturschaffender Dr. Peter Schweininger aus Saar/Szár zu seiner heimatgeschichtlichen Dissertation sowie zu Fragen von Sprache und Identität und den Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft  ____________________________________________ SB: Peter, Du hast im Herbst dein Buch über die Ansiedlungszeit in Saar vorgestellt – wie war die Resonanz? PS: Als ich Mitglied im Doktorandenprogramm der Uni ELTE war, erfuhr ich oft

Das Sonntagsblatt führt die ungarndeutsche Dialektrubrik „In unse Sproch ksocht” ein

Von Stefan Pleyer Turbulente und erprobende Zeiten klopfen an der Haustür: Die technische Revolution dreht sich auf einer erhöhten Stufe, welches Phänomen zugleich auch die Globalisation ankurbelt. Den uniformisierenden globalen Tendenzen sind die Sprachen, aber ganz besonders die Dialekte und Regionalsprachen existenzbedrohlich ausgesetzt. Bei uns in Ungarn befinden sich vor allem die ungarndeutschen Dialekte in einer äußerst gefährdeten Lage: Wenn

Wider das Wohlfühlschwabentum

Von Richard Guth Die enttäuschenden Ergebnisse der Volkszählung 2022 beschäftigen mich immer noch. Alles, was ich jetzt über das Ungarndeutschtum erfahre, steht unter dem Eindruck dieses unerfreulichen Zahlenwerkes. In der letzten Ausgabe des Sonntagsblattes haben wir versucht mögliche Antworten zu liefern. In diesem Kommentar soll die Ursachenforschung im Kernbereich „Sprache“ weitergeführt werden, ausgehend von Impulsen, die ich in letzter Zeit

Ein bedrohter Berufsstand

Der aus Wemend stammende Imker Zoltán Zimmer über seinen Weg zur Imkerei, die Konkurrenz aus China und die Kunst der Bienenzucht _________________________________________________________ SB: Herr Zimmer, was hat Sie dazu gebracht, Imker zu werden, ist es ein Familienerbe? ZZ: Es ist kein Familienerbe, aber wir sind in einer ländlich geprägten Familie aufgewachsen und die Landwirtschaft war ganz natürlich, so hatten wir

Die Schicksalsjahre von Pari: Die Vierziger

Von Ibolya Lengyel-Rauh Der Leser erhält in dieser Folge einen Einblick in das Leben der Tolnauer ungarndeutschen Gemeinde Pari/Pári zwischen 1940 und 1950. Diese waren die Jahre, die das Leben der Dorfbewohner komplett auf den Kopf gestellt haben. Viele heutige Dorfbewohner tragen die Wunden der Familientragödien in sich, die sich während dieser Jahre ereignet haben. Es gibt kaum Familien, die

Bildung und Gesundheit sind die Schlüssel zum Erfolg

Im Gespräch mit der aus Kier stammenden Biologin und Hochschuloberassistentin Dr. Zsuzsanna (Orsós) Kiss _____________________________________________ SB: Frau Dr. Kiss, Sie sind in einem Ort namens Kier/Németkér aufgewachsen, der schlechthin als deutsches Dorf gilt – inwiefern beeinflusste dies Ihre Kindheit und Jugend und falls ja, welche Verbindungen gab es zum Ungarndeutschtum bzw. zum deutschen Erbe? ZSK: Vielen Dank für diese Frage,

„Ich bin mit Omega-Frontmann János Kóbor verwandt”

Sohn heimatvertriebener Badeseker Werner Szugfil über Herkunft, Heimatverbundenheit und Familienverbindungen __________________________________ Von Richard Guth „Also um den ersten Teil der Frage zu beantworten: Ja, ich bin stolz auf meine Stadt Schwerte: Hier bin ich geboren, hier werde ich sterben. Hier bin ich 1956 geboren, aufgewachsen, zur Schule gegangen, habe viele Freunde hier und in der nächsten Umgebung, habe hier geheiratet

Vom „Bedürfnis, zu euch zu gehören”

Filmemacher Udo Pörschke über Wurzeln, sein Verhältnis zum Ungarndeutschtum und geplante Filmprojekte ________________________________________ Von Richard Guth „Der Grundgedanke hinter der Trilogie „Heimatlos”, „Lissi” und „Ein Franke lernt Polka” war folgende: Bislang waren die Themen „Kulturpflege und Vertreibung“ dominant, nun sollte ein Film entstehen, der sich mit dem Thema „Gegenwart und Zukunft der Ungarndeutschen“ beschäftigt. Dabei ging es eigentlich um Anfragen

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