Geldentführer (2)

Von Richard Guth Ein Bericht der regierungskritischen Zeitschrift „Magyar Narancs” über Ungereimtheiten bei der Vergabe von Fördergeldern, die für das religiöse Leben der Nationalitäten bestimmt sind – den Beitrag können Sie in deutscher Übersetzung hier lesen: https://sonntagsblatt.hu/2021/04/16/geldentfuehrer/ – löste viel Wirbel aus: Staatssekretär Miklós Soltész meldete sich am 3. April 2021 in der regierungsnahen Tageszeitung „Magyar Nemzet” zu Wort (Soltész Miklós: Folytatódnak a templomfelújítások Kárpát-medence-szerte, Imre Csekő) und wies die

Geldentführer

Calvinisten und Katholiken machten bei Nationalitätenausschreibungen das Rennen Ein Bericht von Tamás Bod. Erstmalig erschienen am 24. 03. 2021 in der linksliberalen und regierungskritischen Wochenzeitschrift „Magyar Narancs”. Veröffentlichung in deutscher Übersetzung mit freundlicher Genehmigung von Chefredakteur Endre B. Bojtár. Deutsche Übersetzung: Richard Guth Unter dem Etikett „Rumänische Nationalität” erhielten Bewerber im Jahre 2020 vom Fondsverwalter „Gábor Bethlen” (BGA Zrt.) Millionen, in manchen Fällen sogar Zehnmillionen für die Renovierung von calvinistisch-reformierten

Noch viele weiße Flecken

Interview mit der Historikerin Dr. Ágnes Tóth über ihren Weg zu den Ungarndeutschen, ihre Entfernung von der Spitze des Stiftungslehrstuhls in Fünfkirchen und Pläne für die Zukunft SB: Frau Dr. Tóth, Sie sind in einer madjarischen Familie geboren – was hat Sie dazu bewogen sich mit der ungarndeutschen Geschichte zu beschäftigen? ÁT: Ich habe mein Hungaristik-Geschichts-Studium in Segedin absolviert. Danach war ich ein Jahr lang in einer Bibliothek in Ketschkemet

Auszeichnung einer unabhängigen und mutigen Historikerin

Laudatio zur Zuerkennung des Suevia-Wissenschaftpreises an Dr. Ágnes Tóth am 12. Oktober 2020 im Lenau-Haus in Pécs/Fünfkirchen. Von Dr. Johann Till Es sind gut 30 Jahre her, als ich zum ersten Mal Frau Dr. Ágnes Tóths Name im SUEVIA-Jahrbuch der Deutschen aus Ungarn las und ihr persönlich auf einer Tagung in Deutschland begegnete. Etwa zur gleichen Zeit las ich auch zum ersten Mal den Text des Protokolls der Allparteienkonferenz, die

Ruinengeschichten

Von Armin Stein Es ist nicht ungewohnt in einem Sonntagsblatt-Artikel über das Aussterben und den Niedergang einst blühender Dörfer und Siedlungen der Schwäbischen Türkei zu lesen. Mehrere unserer Autoren, unter ihnen auch ich, entstammen der Region, und haben bis heute eine emotionale Beziehung zu den Schauplätzen unserer Kindheit, sei es Fünfkirchen, die nördlichen Ausläufer des Metscheck-Gebirges oder eben der Talboden. Dieser Artikel verfügt jedoch über einen grundlegenden Unterschied zu seinen

Damit wir von der Jugend gehört werden

Interview mit Renata Ulbert, Erste Gemeinderätin und Vorsitzende der Deutschen Selbstverwaltung Surgetin/Szederkény __________________________________________________________ SB: Frau Ulbert, Sie sind Vorsitzende der Deutschen Nationalitätenselbstverwaltung (DNSVW) Surgetin – erzählen Sie bitte ein wenig über sich selbst und darüber, was Sie dazu bewogen hat, dieses Amt anzunehmen. R.U.: Ich lebe von meiner Geburt an in Surgetin – mit Ausnahme einiger Studienjahre, die ich in Budapest verbracht habe. Ungarndeutsche zu sein war für mich Selbstverständlichkeit,

Der neue-alte ungarische Nationalismus

Von Dr. Jenő Kaltenbach Ungarn war schon immer ein ziemlich nationalistisches Land. Das hat mit seiner Geschichte zu tun. Als Nationalismus noch eine progressive Idee war, zur Zeit der Französischen Revolution, war Ungarn gewissermaßen Teil des Habsburgerreiches, also konnte man das Nationalgefühl nicht voll ausleben. Man hat seitdem ein Gefühl von Mangel, ja ein Gefühl von Unvollkommenheit. Schuld daran waren natürlich die Habsburger, auch wenn der österreichische Kaiser sich (fast)

Prekäre Lage – Niedrige Durchschnittslöhne in der Schwäbischen Türkei

Von Patrik Schwarcz-Kiefer In einem früheren Artikel habe ich über das (nicht so langsame) Verschwinden der Ungarndeutschen aus den Dörfern der Branau geschrieben. Zur Erinnerung: In einem Zeitraum von 60 Jahren (von 1950 bis 2010) ist drei Viertel der Branauer Donauschwaben in den 121 geprüften Gemeinden verschwunden. Die Gründe sind für die Branauer wohlbekannt: die erzwungene Industrialisierung der Nachkriegszeit, das Ende des klassischen Dorflebens nach der Wende und die seitdem

Eine verbotene Liebe-Rezension: „Love Story in Budapest“

von Nelu B. Ebinger Ein Beitrag von Cyril Moog, erschienen in der Budapester Zeitung am 14. Juli 2020. Zweitverwendung mit freundlicher Genehmigung von Chefredakteur Jan Mainka. Inmitten der Wirren der 1930er und -40er Jahre verlieben sich in Budapest der ungarndeutsche Volksgruppenführer Franz Anton Basch und die jüdische Fotokünstlerin Klara Spieler. Während Nationalismus und Revisionismus, Fremdenhass und Antisemitismus zusehends den Alltag bestimmen, bleiben die beiden ihrer gefährlichen Liebe treu. Unterdessen stemmt

Ungarisch-Deutsches Institut am MCC aus der Taufe gehoben

Von Armin Stein Auf der heutigen Pressekonferenz des Mathias Corvinus Collegiums (MCC) wurde die neben der Gründung neuer Institute und der Ankunft renommierter ausländischer Dozenten auch die Gründung eines Ungarisch-Deutschen Instituts für Europäische Zusammenarbeit verkündet. Das Mathias Corvinus Collegium betrachtet sich als die größte ungarische Fördereinrichtung für talentierte Schüler und Studenten, die sich Zusatzwissen aneignen wollen. Einen kurzen Überblick über die Geschichte des MCC gewährt die institutseigene Webseite: Das Mathias

Loránt Tilkovszky (1927–2021)

Ein Nachruf von Prof. Dr. Zoltán Tefner zum Tode des ungarischen Historikers Die ungarische und deutsche wissenschaftliche Welt hat am 13. Januar d. J. vom Tod von Prof. Dr. Loránt Tilkovszky erfahren. Alle, die mit dem Herrn Professor Tilkovszky in persönlichem Nexus standen, sowie diejenigen, die mit ihm im Bereich der Geschichtswissenschaft zusammenwirkten, sind tief betroffen, sind fassungslos und unendlich traurig. Ein Wissenschaftler von hohem beruflichen Engagement ist wieder von

Für das deutsche Volk in Ungarn – 100 Jahre Sonntagsblatt

Von Georg Krix ______________________________________________________________________________ Allgemein zur Lage der deutschen Volksgruppe in (Groß)Ungarn zu Beginn des 20. Jahrhunderts EINST gab es einen Reichtum deutscher Presseorgane in Ungarn. Gemeint ist ’Großungarn’ und die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg. Denn schon während des Krieges sind viele Zeitungen/Blätchen eingegangen – infolge wirtschaftlicher Schwierigkeiten und auch wegen dem Schwund der Interessenten, die ja zu der Zeit an der Front fürs Vaterland kämpften. Es waren damals

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