Wer noch dageblieben ist

Erlebnisse einer ungarischen Gelehrtengruppe in Siebenbürgen ________________________________ Von Lajos Káposzta Wenn wir an die Siebenbürger Sachsen denken, fällt uns eine mystische, mittelalterliche Welt ins Auge: Märchenhafte Landschaft, Kirchenburgen, wunderbare, bürgerliche Trachten und ein besonderer Dialekt. Die Sachverständigen behaupten mit einem traurigen Winken: „Leider schon vorbei, alle nach Deutschland ausgewandert!“ Ja, ihre Zahl ist wirklich geschrumpft: etwa 10.000 Seelen in der siebenbürgisch-sächsischen Landeskirche. Deshalb war unsere Reise vielversprechend: sechs Männer deutscher

Zurück zu den Wurzeln? – Umweltschutz einst und heute

Von Ibolya Lengyel-Rauh Heutzutage redet man viel mehr über Umweltschutz und Klimawandel, da wir über unsere Zukunft besorgt sind, ob wir eigentlich eine Zukunft haben werden oder ob die Welt untergeht. Aber dieses Thema war nicht immer so wichtig wie heute. Unsere Vorfahren kannten den Begriff Umweltschutz und Klimawandel überhaupt nicht, aber warum? – Hier stellt sich die Frage. In meinem Meinungsartikel werde ich meine Gedanken darüber teilen. Vor vier

Was ist los in Schambek?

Umgestaltung einer Gedenkparzelle sorgt für Unverständnis / Selbstverwaltung und Kirchengemeinde spricht von notwendigem Schritt ____________________________________________________ Von Richard Guth Eine besorgte Nachricht erreichte Anfang der Woche die Redaktion des Sonntagsblattes: Die vor 34 Jahren durch Spenden von Heimatvertriebenen errichtete Gedenkparzelle in einem der acht Friedhöfe von Schambek/Zsámbék mit Grabsteinen, die altdeutsche (gotische) Inschriften enthalten, werde in einer Nacht- und Nebelaktion aufgelöst, man gehe mit den Grabsteinen nicht gerade zimperlich um, einige

Bewegte Zeiten

Traditionelle Wuderscher Historikertagung beschäftigt sich mit der Tätigkeit des Volksbildungsvereins  ___________________________________ Von Harald Diehl Am 21. September veranstaltete die Deutsche Kulturgemeinschaft Wudersch in Zusammenarbeit mit der Jakob – Bleyer Gemeinschaft e.V. und dem Jakob-Bleyer Heimatmuseum die schon alljährlich zur Tradition gewordene Historiker-Tagung, die heuer unter dem Titel „Vor hundert Jahren (1924-2024): Gründung und Zulassung des Ungarländischen Deutschen Volksbildungsvereins“ stattfand. Die Tagung unter der Leitung und Moderation von Prof. Dr. Nelu

Richtungsanzeige mit vielen Fragen

Zu Besuch auf der Kirchweih der Ungarndeutschen in Marjud ____________________________________ Von Martin Szanyi Der Ablass von Marjud/Máriagyűd hat eine lange Geschichte. Es war Bischof Mátyás Radonay, der nach der türkischen Besetzung nach Fünfkirchen übersiedelte und die örtliche Wallfahrt nach Marjud wieder aufleben ließ. Später war diese Wallfahrt eng mit der inzwischen ansässigen deutschen Gemeinde verbunden. So entstand eine besondere Beziehung zwischen Marjud und den Ungarndeutschen. Am Hochfest Mariä Geburt (8.

Lasst uns über die Schwaben reden

Die Jugendliche Kinga Magenheim startet in Eigenregie Gesprächsrunden _________________________________________________ Die ungarndeutsche Jugendliche Kinga Magenheim aus Sumpa/Zomba hat sich entschieden, über das Schwabentum zu sprechen. Ihre Auftritte fanden in Paks und in Sumpa statt und inzwischen ist auch ein Podcast des Internetportals TEOL zum Thema erschienen. Kinga Magenheims Vorträge befassen sich mit der Geschichte, Kultur und Gegenwart der Deutschen in Ungarn. Die Veranstaltung in Paks am 29. April wurde nicht nur

Reisenotizen spezial: Günser Bürgerhaus wurde zum neuen Leben erweckt

Von Richard Guth Wir befinden uns an der Sprachgrenze: Der nächste Ort in nordwestlicher Richtung, bereits auf österreichischem Staatsgebiet, ist der Wallfahrtsort Rattersdorf, seit jeher mit einer deutschsprachigen, heanzischen Bevölkerung. Wenn man den Weg in Richtung Steinamanger nimmt, so befindet man sich rasch auf ungarischem Sprachgebiet: Lukácsháza heißt die Anrainer-Gemeinde südlich von Güns/Kőszeg (dem Gegenstand des Beitrags). Ergänzt wird die Vielfalt an Sprachen und Ethnien durch „chrobotische”, also kroatische Dörfer

Hans Dama zum 80.

Von Prof. Dr. Nelu B. Ebinger Mag. Dr. phil. Hans Dama, der weitbekannte banatschwäbische Dichter und Hochschullehrer aus Wien, wurde am 30. Juni 1944 in Großsanktnikolaus (ung. Nagyszentmiklós, rum. Sannicolau-Mare) im heutigen Westrumänien geboren. Seine Eltern waren in der Landwirtschaft tätig, sodass Hans als Akademiker erster Generation in der Familie gilt. Der Familienname ist französischen Ursprungs (Damas), was auf die Elsass-Lothringer Kolonisten (Einwanderer) im Nachbarsdorf Triebswetter (rum. Tomnatic) zurückgeht. Er

Das Sonntagsblatt führt die ungarndeutsche Dialektrubrik „In unse Sproch ksocht” ein

Von Stefan Pleyer Turbulente und erprobende Zeiten klopfen an der Haustür: Die technische Revolution dreht sich auf einer erhöhten Stufe, welches Phänomen zugleich auch die Globalisation ankurbelt. Den uniformisierenden globalen Tendenzen sind die Sprachen, aber ganz besonders die Dialekte und Regionalsprachen existenzbedrohlich ausgesetzt. Bei uns in Ungarn befinden sich vor allem die ungarndeutschen Dialekte in einer äußerst gefährdeten Lage: Wenn es keine Gegenmaßnahmen getroffen werden, werden in einigen Jahrzehnten die

Ein bedrohter Berufsstand

Der aus Wemend stammende Imker Zoltán Zimmer über seinen Weg zur Imkerei, die Konkurrenz aus China und die Kunst der Bienenzucht _________________________________________________________ SB: Herr Zimmer, was hat Sie dazu gebracht, Imker zu werden, ist es ein Familienerbe? ZZ: Es ist kein Familienerbe, aber wir sind in einer ländlich geprägten Familie aufgewachsen und die Landwirtschaft war ganz natürlich, so hatten wir zu Hause Tiere wie Kaninchen, Hühner, Schweine und Rinder. Ich

Auf den Spuren deutschen Erbes

Neues Heft hilft dabei persönliche Löffelliste (Bucket List) abzuarbeiten ________________________________________ Von Richard Guth Das Produkt eines bemerkenswerten Projektes durfte ich im Frühjahr in meinen Händen halten: „Löffelliste in Weißenburg” lautet der Titel eines zweisprachigen Heftes, das einen etwas ungewöhnlichen Themenschwerpunkt hat: das architektonische und kulturelle Erbe der Deutschen im Komitat Weißenburg. Kurze Texte geben hierbei einen kleinen Einblick in die Bau- und Entstehungsgeschichte der jeweiligen Sehenswürdigkeit wie Kirchen, Kapellen, Denkmäler

Ein Fest des Glaubens und der Gemeinschaft

Von Henriette Rang Am vergangenen Sonntag fand die jährliche Fronleichnamsprozession in Fünfkirchen statt, ein Ereignis, das sowohl die katholische Gemeinde als auch die gesamte Stadt in festliche Stimmung versetzte. Besonders hervorgehoben werden sollten dabei die Schülerinnen des Valeria-Koch-Bildungszentrums, die in ihren traditionellen Trachten einen bewegenden Beitrag leisteten. Die Mädchen unserer Schule trugen an diesem besonderen Tag ihre festlichen Trachten. Diese traditionellen Gewänder sind nicht nur ein Symbol für unseren Glauben,

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