Die Lieblingssage von Christoph Bathelt ist der „Mönch von Heistebach”, der sich über den Bibelatz wundert für Gott sind 100 Jahre wie ein Tag und plötzlich 100 Jahre später aufwacht. Herr Bathelt freut sich also über einen halben tag – aber der heutige Tag erfreut ihn bestimmt auch sehr, denn heute feiert der bundesdeutsch-österreichische Kulturschaffende, der Motor und Ungarnbeauftragte der Österreichischen Landsmannschaft (ÖLM) seinen 50. Geburtstag.
Demjenigen, der in unserem ungarndeutsch-altösterreichischen Mikrokosmos gut bewandert ist, muss man Herrn Bathelt sicherlich nicht erst vorstellen, aber dennoch seien hier die Eckpunkte seiner Vita erwähnt: Geboren wurde Christoph Bathelt 1976 in der rheinischen, historisch formuliert kurmainzischen Gutenbergstadt Mainz. Väterlicherseits entstammt er einer ostoberschlesischen Familie aus dem im Mittelalter altfränkisch geprägten Bielitz (heute Bielsko-Biała), dessen Region bis 1918 zu Österreich-Ungarn gehörte. Sein Vater, der in Bielitz geborene Heinz H. Bathelt, floh als Schüler am Ende des Zweiten Weltkriegs aus seiner Heimat. Die mütterliche Familie Bathelts ist im Rheinland verwurzelt. In diesem Mainzer bürgerlichen Milieu wuchs der nach eigener Selbstdefinition stolze Mainzer, Schlesier, Deutsche und Österreicher auf. Anschließend studierte er an seiner Heimatstadt, an der städtischen Johannes Gutenberg-Universität, Geschichte sowie später in Glasgow in Schottland und in Riga, Lettland. Während seiner Universitätsjahre lernte er einen ungarischen Mitschüler kennen, der aus der Vojvodina, dem damaligen Jugoslawien, stammte und halbdonauschwäbischer Herkunft war. Damals begegnete der junge Geschichtsstudent erstmals dem Phänomen des Donauschwabentums und des Ungarndeutschtums.
Nach dem Magister-Abschluss seines Studiums ließ er sich in Wien nieder, wo er beruflich im Marketing Fuß fasste und sich zugleich politisch als Bezirksrat engagierte. Neben seinem Brotberuf entdeckte er als altösterreichischstämmiger Landsmann schon bald die Österreichische Landsmannschaft, die Nachfolgerin des Deutschen Schulvereins in deren Arbeit er sich aktiv einbrachte. Bis heute bildet dies das Rückgrat seiner zivilgesellschaftlichen Tätigkeit: In der Landsmannschaft wirkt er offiziell als Ungarnbeauftragter mit, das heißt, er ist für die Pflege der Beziehungen zur ungarndeutschen Nationalitätengemeinschaft zuständig. Sein Einsatz erstreckt sich jedoch auch auf das Oberland, die Slowakei, und damit auf die karpatendeutsche Minderheit. Das ÖLM gewährt den altösterreichischen deutschen Volksgruppen und Minderheiten in Österreich beträchtliche finanzielle Unterstützung. Dank dieser tatkräftigen Hilfe konnten in unserer Region zahlreiche wertvolle Projekte verwirklicht werden, unter anderem durch großzügige Beiträge zu den laufenden Kosten und zur Sicherung der Arbeitsbedingungen der Jakob-Bleyer-Gemeinschaft und des Sonntagsblattes. Die Hauptverantwortung dafür trägt Christoph Bathelt, der es als seine Lebensmission betrachtet, das deutsche Erbe in Mittel- und Osteuropa zu bewahren. Parallel zu all diesen publiziert der Mainzer-Wiener Historiker regelmäßig im Vereinsmagazin der ÖLM, im „Eckart“, wo er auch das Eckart-Büchlein „Der Traum vom Neuanfang. Deutsche Auswanderer in den USA“ verfasste. Im Jahr 2023 gab er die schlesischen Erinnerungen seines Vaters Heinz H. Bathelt unter dem Titel „Die Heimat in der Schultasche“ heraus.
Herr Bathelt sieht die Ausrichtung der Landmannschaft nicht nur bei der Erhaltung und Förderung des kulturellen Erbes, sondern legt ein Hauptaugenmerk auch auf die Zukunft. Er setzt sich dafür ein, dass die altösterreichischen deutschen Minderheiten auch in einer zunehmend globalisierten Welt ihre Sprache und Kultur bewahren. Zugleich ermutigt er Österreich, seine Rolle als Mutterland dieser Gemeinschaften wahrzunehmen.
Die Jakob-Bleyer-Gemeinschaft und die Redaktion des Sonntagsblattes gratulieren im Namen der ungarndeutschen Nationalitätengemeinschaft unserem geschätzten Landsmann, Freund und Unterstützer, Herrn Bathelt, herzlich zu seinem heutigen 50. Geburtstag!
Aktuelle Medienauftritte von Herrn Bathelt:
„An den Taten messen”: Besuch bei der 143 Jahre alten Österreichischen Landsmannschaft: https://sonntagsblatt.hu/2024/02/26/an-den-taten-messen/
Aufarbeitung & Identität: Die Spuren unserer Ahnen mit Christoph Bathelt: https://www.youtube.com/watch?v=wdvcMit3jUE&t=2640s
Bild: Christoph Bathelt