Auf den Spuren der Förderung der ungarndeutschen Zivilsphäre in den vergangenen Jahren
415 Milliarden Forint und über 20.000 Organisationen – das ist die Bilanz der Sonderförderung für zivile Organisationen in den letzten fünf Jahren (Stand Anfang September 2026). Aus sechs Sondertöpfen speiste sich das zivile „Sondervermögen”, dessen Vergabeverfahren von vielen als instransparent bezeichnet wurde und Presseorgane um die Herausgabe der Daten klagen mussten (diese Arbeit übernahm nach dem Regierungswechsel im April die Magyar-Regierung und veröffentlichte die Liste der Geförderten im Kartenformat: https://kormany.hu/atlathato/terkep): Im Einzelnen geht es um den Zivilfonds Stadt (Városi Civil Alap, VCA, 7,68 Mrd. Ft), den Zivilfonds Dorf (Falusi Civil Alap, FCA, 18,38 Mrd. Ft), den Fonds der Nationalen Zusammenarbeit (Nemzeti Együttműködési Alap, NEA, 48,06 Mrd. Ft), um Einzelfördermaßnahmen (egyedi támogatás, CNP, 125,20 Mrd. Ft), um die Förderung durch die Staatskanzlei (Miniszterelnöki Kabinetiroda, MK, 194,64 Mrd. Ft) und den Nationalen Kulturfonds (Nemzeti Kulturális Alap, NKA, 21,21 Mrd. Ft). Kritiker sprachen von einer Sonderförderung für Fidesz-nahe Organisationen, die dadurch die Kampagne der damaligen Regierungspartei unterstützten sollten – Befürworter des Systems lobten hingegen die Sonderförderung, die an die Stelle des Norwegischen Zivilfonds treten sollte, dem die Orbán-Regierung wiederum die Förderung linksliberaler Organisationen nachsagte und deshalb die Förderzusammenarbeit auslaufen ließ. Die Palette der geförderten Organisation ist bunt: Neben Sportvereinen, Kirchengemeinden, Stiftungen und Vereinen für Traditionspflege oder Kulturvereine erhielten unter anderen auch die bayerischen Bierfreunde oder der Veteranen-Schiguli-Verein Unterstützung aus den Fördertöpfen.
Das Sonntagsblatt schaute sich unter den deutschen Vereinen um – dabei reicht die Spanne von einzelnen Fördermaßnahmen in Höhe von einigen hunderttausend Forint bis mehrere Fördermaßnahmen mit einer Gesamtsumme von mehreren zehn Millionen Forint. Auch die Jakob Bleyer Gemeinschaft, Herausgeberin des Sonntagsblattes, erhielt in den Jahren 2024 und 2025 aus dem NEA-Topf 200.000 bzw. 235.000 Forint für das Edmund-Steinacker-Stipendium, mit dem der Verein angehende ungarndeutsche Akademiker/innen unterstützen will. Bei der Recherche haben wir eine Grenze von zwei Millionen Forint Gesamtförderung in fünf Jahren gezogen – die TOP 12 zwischen 7,5 und 80 Millionen Forint haben wir uns im Einzelnen geschaut.
Was ist aus der Förderung geworden, welche Projekte konnten realisiert und welche Ziele erreicht werden? Von den zwölf Organisationen haben alle unsere Presseanfrage beantwortet.
An der Spitze mit insgesamt knapp 81 Millionen Forint für die Jahren 2022 bis 2026 steht eine Stiftung aus dem 16. Stadtbezirk von Budapest: Stiftung für die Kultur der Deutschsprachigen in Ungarn (Magyarországi Németajkúak Kultúrájáért Alapítvány). Trotz der Betonung der Bedeutung der Deutschsprachigkeit finden sich auf der Homepage der Stiftung keine deutschsprachigen Inhalte. Im 16. Bezirk leben 136 registrierte Wahlbürgerinnen und Wahlbürger. Im Mittelpunkt der Stiftung stand im Zeitraum 2021-26 die Errichtung einer Gedenkstätte für das tausendjährige deutsch-madjarische Zusammenleben auf der Sashalmer Promenade (Sashalmi sétány): Der letzte Teil des Denkmals, ein Werk der Bildhauerin Mária R. Törley, wurde am 18. Januar 2026 im Beisein des deutschen Abgeordneten und hoher Bezirks-, Parlaments- und Regierungsvertreter eingeweiht. Stiftungsvertreter Dr. Pál Juhász-Pintér sprach gegenüber dem Sonntagsblatt von einem „einzigartigen Ensemble, das wichtigen erinnerungspolitischen Zielen bezüglich des Ungarndeutschtums dient”. Demnach floss der Großteil der 81 Millionen Forint wohl in dieses Denkmalensemble. Auf der Internetseite der Stiftung wird darüber hinaus über Gedenkveranstaltungen, Veranstaltungen zum traditionspflegenden Schwerpunkt (Káposzta-/Krautfest oder Tanyafeszt/Gehöftfest), Filmvorführungen, Wettbewerbe für Schülerinnen und Schüler (hierbei betont der Stiftungsvertreter die Bedeutung der Einbeziehung der Jugend) und über nicht näher erläuterte Kommunikationstätigkeiten. Der Traditionspflege dienten auch die schwäbischen Kulturtage, die Ende September stattfinden sollen. Der Stiftung liege viel an der Stärkung der deutsch-ungarischen Beziehungen: Deshalb habe ie Stiftung die Teilnahme zweier Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in den letzten Jahren gefreut.
Die Zweitplatzierten kommen aus Mohatsch und erhielten eine Gesamtfördersumme von 41 Millionen Forint: Die Vorsitzende des Vereins der Mohatscher Deutschen (Mohácsi Németek Egyesülete), Anna Gál, wies auf vielfältige Aktivitäten des Vereins hin, die man in der Regel in Zusammenarbeit mit der Deutschen Selbstverwaltung realisiere: Neben Schülerlagern in Österreich, dem Schwabenball und dem Schwäbischen Straßenball sowie der Teilnahme am Mohatscher Nationalitätenmarkt stehe das dreitägige und kostenlose Donauländische Fischfestival an der ersten Stelle, das dieses Jahr zum siebten Mal veranstaltet wurde und nach dem Buschogang an Fasching das größte Event in der Donaustadt sei. Mehrere zehntausend Besucher säumten die Straßen, um in der Schwabengasse das deutsche kulturelle Erbe der Ostbranau kennen zu lernen, dem Trachtenschönheitswettbewerb, Konzerten, dem Festumzug oder einer deutschsprachigen Messe beizuwohnen. Das Orgakommitee bestehe aus 12 Personen, weitere 60 Freiwillige unterstützten das Zustandekommen des Festivals durch ehrenamtliches Engagement. 2025 habe man darüber hinaus 2025 dank dem Zivilfonds Stadt das Deutsche Haus renovieren (das sich im Besitz der Stadt befinde) können, wo neben kulturellen Veranstaltungen und Gemeinschaftsprogrammen auch Bildungsarbeit stattfinde. Ein besonderes Augenmerk habe der Verein auf die Zusammenarbeit in der Region Ostbranau: Dank der Unterstützung des Nationalen Kulturfonds habe man dreizehn Gemeinschaftsprojekte von zehn umliegenden Gemeinden unterstützen können. Somit entwickele sich der Verein nach Einschätzung von Anna Gál zum regionalen Multiplikator.
Mit etwa je 20 Millionen Forint in fünf Jahren stehen der renommierte Verein Turwaller Musikfreunde und die nicht minder traditionsreiche Tscholnoker Blaskapelle auf den imaginären Plätzen 3 und 5: Die Turwaller Musikfreunde berichten auf Facebook regelmäßig von ihren Aktivitäten wie die Teilnahme an religiösen Feiern, die Veranstaltung von Großereignissen wie das Blasmusikfest oder das Weinlese/Oktoberfest sowie die regelmäßigen Polka-Nachmittage. Veranstaltungen in der Größenordnung eines Blasmusikfestes würden eine enorme finanzielle Belastung für die Gruppe bedeuten, deshalb freue man sich über jede Fördermöglichkeit, betonte Vorsitzender Gábor Balog in seiner deutschsprachigen Antwort auf eine Anfrage des Sonntagsblattes. Zumal man zu diesen Veranstaltungen Musikerfreunde aus dem In- und Ausland einlade. Darüber hinaus organisiere man Fortbildungsmaßnahmen und habe in den letzten Jahren den Instrumentenbestand erneuern können. Die akkurat zweisprachige Internetseite der 166 Jahre alten Tscholnoker Blaskapelle würde jeder Transparenzprüfung durch den Landesrechnungshof standhalten: Hier wird die Verwendung jeder staatlichen Förderung der letzten Jahre aufgelistet, zum Teil sehr detailliert. Neben der Deckung laufender Betriebskosten und der Durchführung von Veranstaltungen sei das Geld in die Anschaffung von neuen Instrumenten geflossen: Dabei gehört die Kapelle mit über 50 Mitgliedern zu den größten ungarndeutschen Musikgruppen im Land – lange war der allseits bekannte und beliebte Johann Fódi Dirigent der Tscholnoker Blasmusikanten.
Platz 4 belegte der Deutsche Nationalitätenverein in Sulk (Szuloki Német Nemzetiségi Egyesület) mit 19,8 Millionen Forint, die per Einzelfallentscheidung zugesprochen wurden. Vorsitzender Josef Virth sprach gegenüber dem Sonntagsblatt von einer Einzelmaßnahme, wobei das Geld kaum gereicht habe: Es ging um den Abriss und Wiederaufbau eines Tabakmagazins, das als Museum genutzt wird – Sulk sei früher nach dem Tabakanbau bekannt gewesen, so Virth.
Auf Platz 6 schaffte es der 1991 gegründete Nationalitätenverein der Ungarndeutschen in Fünfkirchen – Branau (Pécs-Baranyai Nemzetiségi Kör) mit 15,5 Millionen Forint. Der „Deutsche Kreis” legt seinen Tätigkeitsschwerpunkt auf Vorträge, Filmvorführungen, Clubtreffen und Gedenkveranstaltungen, worüber er – vornehmlich in ungarischer Sprache – auf einer eigenen Internetseite berichtet. Auch zu den staatlichen Förderungen finden sich hier Informationen. Die jährlich im Schnitt drei Millionen Forint Förderung aus den Sondertöpfen sei vornehmlich in die laufenden Betriebskosten geflossen, wie Vorsitzende Eleonora Matkovits-Kretz gegenüber dem SB berichtete. Der Verein verfüge über eigene Büroräume mit einem Vereinsbibliothek, die werktags acht Stunden lang mit Personal besetzt seien und Informationen böten und als Kontaktstelle zu Partnern im In- und Ausland dienten. In der Vergangenheit habe man zudem zahlreiche Studien-, Gedenk- und Forschungsfahrten unternommen.
Platz 7 belegt der Deutsch-Ungarische Freundeskreis Großnaarad-Nagynyárád (Német-Magyar Baráti Kör Großnaarad-Nagynyárád), der zwei Drittel der 14,6 Millionen Fördergelder direkt von der Staatskanzlei erhielt. Wie Vorsitzende Gisela Staub-Zsifkovics gegenüber dem Sonntagsblatt erzählte, sei ein Großteil der Fördergelder (neun Millionen Forint in mehreren Raten) in das Herrichten einer Blaufärberwerkstatt geflossen (auf der Seite des Vereins ist von Immobilieninvestitionen die Rede). Dabei arbeite man intensiv mit Gemeinderat und Deutscher Selbstverwaltung zusammen. Auch Betriebs- und Programmkosten würde man aus der Unterstützung decken: Ausflüge und Theaterbesuche für die Mitglieder, das jährliche Blaufärberfestival oder das Chortreffen an Pfingsten.
Platz 8 belegt ein Verein aus Getterle/Gödöllő: Der Deutscher Nationalitätenverein Getterle (Gödöllői Német Nemzetiségi Egyesület) erhielt zwischen 2022 und 2024 (auch zuvor stand der Verein ganz oben auf der Liste von Begünstigten) über VCA und NEA knapp 14 Millionen Forint und wurde in damals regierungskritischen Medien stets mit Argwohn beobachtet: Dies hatte wohl mit der Vereinsführung zu tun, darunter ein prominenter katholischer Priester mit engen Verbindungen zu Fidesz, Pater Gergő Bese. Bereits Ende 2021 wollte das Sonntagsblatt von Bese Details zu den Fördermaßnahmen erhalten, die der inzwischen suspendierte Pfarrer mit Verweis auf laufende Projekte nicht nennen wollte. Die Vereinsleistung ging inzwischen auf seinen Bruder Gábor über. Pater Bese wird zwar zugutehalten, dass er sich Mitte der 10er Jahre, damals als Mitglied der Deutschen Selbstverwaltung Getterle, für die Einführung des zweisprachigen deutschen Nationalitätenunterrichts an der Petőfi-Grundschule einsetzte, dennoch distanzierte sich die Selbstverwaltung nach 2019 per Beschluss von dem Verein, wie DNSVW-Vorsitzender Peter Kaiser dem Sonntagsblatt bestätigte. Im Internet sind keinerlei Informationen zur Verwendung der öffentlichen Gelder auffindbar (der Menüpunkt „Pályázatok” (Bewerbungen) auf der optisch sonst sehr ansprechenden ungarischsprachigen Homepage ist leer) – das Sonntagsblatt konnte Gergő Bese trotzdem telefonisch erreichen: Er nannte im Gespräch Betriebskosten, Sommerlager und Wallfahrten als Hauptausgabenposten des Vereins, die aus den Mittel der Sondertöpfe gedeckt worden seien.
Platz 9 belegt der Verein zur Pflege der deutschen Traditionen in Berin/Mezőberény mit einer Fördersumme von 9,5 Millionen. Wie Vereinsvorsitzende und DNSVW-Vorsitzende Zita Frei berichtete, habe man 2022 aus fünf Millionen Forint das Deutsche Haus herrichten lassen: Man habe dabei den Zaun und die Tore erneuert. 2026 erhielt der Verein aus dem Städtischen Zivilfonds 4,5 Millionen Forint – daraus habe man im Ausstellungs- und Gemeinschaftsraum Fenster und Türen ausgetauscht und den Boden erneuert.
Der Deutsche Nationalitätenmusikverein Schorokschar (Soroksári Német Zenei Egyesület), Platz 10, mit einer Fördersumme von 9,5 Millionen Forint, gibt im Internet nur sehr wenig preis über sich und die Verwendung der Förderung. Auf telefonische Nachfrage teilte Vereinsvorsitzender Georg Geiger mit, dass man aus der Förderung neue Instrumente gekauft habe. Geiger ist Leiter der Johann-Galambos-Musikschule im 23. Stadtbezirk von Budapest.
Der Andreas-Saxlehner-Verein (Saxlehner András Egyesület) aus dem ersten Stadtbezirk von Budapest erhielt 2024 und 2025 insgesamt acht Millionen Forint. Marta Hoffmann-Farkas, Mitglied des Vereins, betonte gegenüber der ungarndeutschen Zeitschrift, dass man „seit 1998 fast nur aus eigener Kraft und mit Freiwilligen arbeitet”. Fördersummen beantrage man in Zusammenarbeit mit mehreren Projektpartnern. Tätigkeitsschwerpunkt des Vereins ist erklärtermaßen die Erforschung des Lebenswerkes des Unternehmers Andreas Saxlehner, vor vier Jahren entstand daraus eine Gedenkausstellung. Darüber hinaus berichtet der Verein auf dem Youtube-Kanal „kavicsok 24” über regelmäßige Gedenkveranstaltungen, Filmclubs und -gespräche und Kulturveranstaltungen, in Zusammenarbeit mit der Deutschen Selbstverwaltung, deren Vorsitzende Farkas seit Jahren ist.
Auf dem letzten Platz steht ein Verein aus Gerschlak/Geresdlak: Der Musikverein Unterrock (Unterrock Zenei Egyesület). Dieser erhielt in den letzten fünf Jahren 7,8 Millionen Forint. Der Großteil des Geldes aus dem Zivilfonds Dorf floss 2022, in Höhe von sieben Millionen Forint. Vereinsvorsitzender Gabor Schultheisz, in Zivil Radiomoderator, lieferte im Telefongespräch eine prompte Erklärung bezüglich der Verwendung der FCA-Förderung: Die bekannte Branauer Kapelle, die jährlich 35-40 Auftritte absolviere, habe damals einen neuen Transporter benötigt. Die Wahl sei auf einen gebrauchten Ford Transit gefallen, der seitdem jedes Jahr Wartungskosten verursache. Mit den restlichen zweimal 400.000 Forint habe der Verein laufende Betriebskosten beglichen.
+ 1 Der CIKE-Verein für die Jugend aus Sieglos/Siklós tanzt ein wenig aus der Reihe. Und tatsächlich: Wie der Vorsitzende des Vereins und Mitglied der Deutschen Selbstverwaltung Sieglos, János (Johann) Szender, bestätigt, seien die nationalitätenpolitischen Zielsetzungen erst seit einem, anderthalb Jahren Teil der Vereinssatzung (das sei die Erklärung dafür, dass man auf der Facebook-Seite des Vereins kaum Informationen zu diesen Aktivitäten finde) und würden mit der Wahl Szenders in die Nationalitätenselbstverwaltung zusammenhängen, mit der man eng zusammenarbeite (die zweisprachige Facebook-Seite wiederum berichtet regelmäßig über die Tätigkeit der DNSVW). Der Verein hat insgesamt 31 Millionen Forint erhalten – für Nationalitätenaktivitäten habe der Verein keine Fördergelder in Anspruch genommen, sondern man habe diese Leistungen ehrenamtlich erbracht oder diese Programme aus Erlösen des Vereins, der einer unternehmerischen Tätigkeit nachgehe, finanziert: Darunter hebt der Vereinsvorsitzende die Gründung der Deutschen Volkstanzgruppe Mohnblume, den jährlich stattfindenden Schwabenball, dessen Einnahmen den Förderkreis des örtlichen Gymnasiums bereicherten (und somit eine Studienfahrt pro Jahr für Deutschlernende ermöglichten) und bei dem die Vereinsmitglieder viel ehrenamtliches Engagement zeigten, hervor. Auch Fahrten würde man aus der Förderung realisieren: Hier wies Szender auf den jährlich stattfindenden Adventsausflug nach Österreich hin. Dieses Jahr stünde die Realisierung einer Nationalitätenausstellung in der historischen Burg an.
Fazit: Es lässt sich natürlich darüber streiten, ob eine mehrere 10 Millionen teure Gedenkstätte in einem von wenigen Deutschen bewohnten Stadtbezirk eine richtige Investition ist (dabei unterliegen Kunstwerke keiner Preisbindung) oder ob die für Veranstaltungen und Ferienlager veranschlagten Summen zu hoch oder niedrig sind (zumal das Sonntagsblatt keine Behörde ist, um Rechnungsbelege anzufordern) und ob die berühmte ungarische Spitzfindigkeit dabei zum Zuge kam, aber die ganz große Steuerverschwendungs- oder veruntreungsstory schreibt man hier wohl nicht… Dennoch dürften die Vereine ruhig an der Transparenz arbeiten.
Bei den Ungarndeutschen jedenfalls scheinen diese Fördertöpfe eine Ergänzung zu anderen Fördermöglichkeiten (allen voran zu den von vielen als zu niedrig kritisierten Zuwendungen an die Selbstverwaltungen), allen voran über den Gábor-Bethlen-Fondsverwalter, zu sein. Und tatsächlich: Man darf nicht vergessen, dass das über diese Fördertöpfe ausgeschüttete Geld nur ein Teil der Förderung für die deutsche Gemeinschaft darstellen. Es gibt auch Stimmen, die meinen, diese Liste sei (noch) nicht vollständig – und in der Tat tauchten in den letzten Wochen immer wieder neue Vereine und neue Förderbescheide auf.
Die Durchsicht der 20.000 Organisationen war darüber hinaus für das Sonntagsblatt eine echte Bärenaufgabe – die Zeichner dieser Zeilen bittet um Nachsicht, sollte der eine oder andere Verein übersehen worden sein.
| Name des Vereins (D) | Name des Vereins (HU) | Sitz in | Komitat | Fördersumme (Ft) | Förderstellen |
|---|---|---|---|---|---|
| Stiftung für die Kultur der Ungarländischen Deutschsprachigen | Magyarországi Németajkúak Kultúrájáért Egyesület | Budapest 16 | Budapest | 80,85 Millionen | VCA, NEA, CNP, NKA |
| Verein der Mohatscher Deutschen | Mohácsi Németek Egyesülete | Mohatsch | Branau | 41,15 Mio. | VCA, NEA, NKA |
| Verein Turwaller Musikfreunde | Turwaller Musikfreunde Egyesület | Wiehall-Kleinturwall/Biatorbágy | Pesth | 25,15 Mio. | VCA, NEA |
| Deutscher Nationalitätenverein Sulk | Szuloki Német Nemzetiségi Egyesület | Sulk | Schomodei | 19,8 Mio. | CNP |
| Verein Tscholnoker Blaskapelle | Csolnoki Fúvószenekar Egyesület | Tscholnok | Komorn-Gran | 19,32 Mio. | FCA, NEA, NKA |
| Nationalitätenverein der Ungarndeutschen in Fünfkirchen – Branau | Magyarországi Németek Pécs-Baranyai Nemzetiségi Köre | Fünfkirchen | Branau | 15,49 Mio. | NEA, NKA |
| Deutsch-Ungarischer Freundeskreis Großnaarad-Nagynyárád | Német-Magyar Baráti Kör Großnaarad-Nagynyárád | Großnaarad | Branau | 14,67 Mio. | NEA, MK |
| Deutscher Nationalitätenverein Getterle | Gödöllői Német Nemzetiségi Egyesület | Getterle | Pesth | 13,95 Mio. | VCA, NEA |
| Verein zur Pflege der deutschen Traditionen in Berin | Mezőberényi Német Hagyományápoló Egyesület | Berin | Bekesch | 9,5 Mio. | VCA |
| Schorokscharer Deutscher Musikverein | Soroksári Német Zenei Egyesület | Budapest 23 | Budapest | 9,5 Mio. | NEA |
| Andreas-Saxlehner-Verein | Saxlehner András Egyesület | Budapest 1 | Budapest | 8 Mio. | NEA |
| Musikverein Unterrock | Unterrock Zenei Egyesület | Gereschlak/Geresdlak | Branau | 7,8 Mio | FCA, NEA |
| Deutscher Verein für Traditionsbewahrung | Német Hagyományőrző Egyesület | Orasch/Diósd | Pesth | 7,7 Mio, | NEA |
| Deutscher Nationalitätenkulturverein Wildenrosen | Wildenrosen Német Nemzetiségi Kulturális Egyesület | Großmarosch/Nagymaros | Pesth | 7,5 Mio. | NEA |
| Braunhaxler-Verein zur Pflege der Deutschen Traditionen in Altofen | Braunhaxler Óbudai Német Hagyományokat Ápolo Egyesület | Budapest 3 | Budapest | 7,5 Mio. | NEA |
| Edelweiss Deutscher Verein für Traditionspflege | Edelweiss Német Hagyományőrző Egyesület | Sammet/Szomód | Komorn-Gran | 7 Mio. | FCA |
| Ungarisch-Deutscher Kulturverein Lippwar | Lippói Magyar-Német Kulturális Egyesület | Lippwar | Branau | 5,74 Mio. | FCA, NEA, NKA |
| Freier Kulturverein der Tschepeler Schwaben | Csepeli Svábok Szabad Kulturális Egyesülete | Budapest 22 | Budapest | 5,6 Mio. | NEA |
| Nationalitätentanzgruppe Werischwar Gemeinnütziger Verein | Pilisvörösvári Német Nemzetiségi Táncegyüttes Közhasznú Egyesület | Werischwar | Pesth | 5,15 Mio. | VCA, NEA |
| Verein für Traditionsbewahrung „Schwarzwald” | "Schwarzwald" Hagyományőrző Egyesület | Ratka | Borschod-Abauj-Semplin | 5 Mio. | NEA |
| Verein Altsteiner Blaskapelle | Altsteiner Blaskapelle Egyesület | Neudorf/Nyergesújfalu | Komorn-Gran | 5 Mio. | VCA, NEA, NKA |
| Deutscher Kulturclub Ödenburg und Umgebung | "Sopron és Környéke Német Kultúrklub" Egyesület | Ödenburg | Raab-Ödenburg-Wieselburg | 5 Mio. | VCA |
| Deutscher Verein für Klascha | Kiskassáért Német Egyesület | Kascha | Branau | 4,92 Mio. | FCA, NEA |
| Verein der Almascher Deutschen | Bácsalmási Németek Egyesülete | Almasch | Batsch-Kleinkumanien | 4,49 Mio. | VCA, NEA |
| Deutscher Nationalitätenkulturverein | Német Nemzetiségi Kulturális Egyesület | Bonnhard | Tolnau | 4,4 Mio. | VCA, NEA |
| Kulturverein für Traditionspflege | Kulturális Hagyományőrző Egyesület | Hartian/Újhartyán | Pesth | 4,4 Mio. | FCA, NEA |
| Deutscher Nationalitätenverein Irm | Német Nemzetiségi Egyesület Üröm | Irm | Pesth | 4 Mio. | VCA |
| Werischwarer Heimatwerk | Werischwarer Heimatwerk Hagyományőrző Egyesület | Werischwar/Pilisvörösvár | Pesth | 4 Mio. | VCA, NEA |
| Deutscher Minderheitenverein Kokrsch | Kakasdi Német Kisebbségi Egyesület | Kokrsch | Tolnau | 4 Mio. | NEA |
| Verein Schwäbischer Freundeskreis der Wetschescher Jugend | Vecsési Ifjúság Sváb Baráti Köre Egyesület | Wetschesch | Pesth | 4 Mio. | VCA |
| Wetschescher Tanzgruppe | Vecsési Hagyományőrző Táncegyesület | Wetschesch | Pesth | 4 Mio. | VCA |
| Volkstanzgruppe Kränzlein | "Kränzlein" Néptánc Egyesület | Bonnhard | Tolnau | 4 Mio. | VCA |
| Hercel Verein für Schwäbische Traditionspflege | Hercel Sváb Hagyományőrző Egyesület | Hartian/Újhartyán | Pesth | 3,9 Mio. | FCA, NEA |
| Verein Kulturzentrum Haus der Nationalitätentraditionen | Nemzetiségi Hagyományok Háza Kultúrközpont Egyesület | Hartian/Újhartyán | Pesth | 3,9 Mio. | FCA, NEA |
| Deutscher Lesekreis Altglashütte | Óbányai Német Olvasókör Egyesület | Altglashütte | Branau | 3,88 Mio. | NKA |
| Ungarisch-Deutscher Kulturverein Maisch | Majsi Magyar-Német Kulturális Egyesület | Maisch | Branau | 3,87 Mio. | FCA, NEA |
| Verein Deutscher Musikfreunde Paks | Német Zenebarátok Egyesülete Paks | Paks | Tolnau | 3,8 Mio. | VCA, NEA |
| Deutscher Nationalitätenverein Kalasch | Budakalászi Német Nemzetiségi Egyesület | Kalasch | Pesth | 2,94 Mio. | VCA, NEA |
| Ungarisch-Deutscher Freundschaftsclub Großpall | Nagypalli Magyar-Német Barátság Klub | Großpall | Branau | 2,9 Mio. | FCA, NEA |
| Verein für Deutsche Traditionspflege Krottendorf | "Krottendorf" Német Hagyományőrző Egyesület | Budapest 3 | Budapest | 2,76 Mio. | NEA |
| Kulturverein Wielander Ungarndeutscher | Villányi Német Nemzetiségi Kulturális Egyesület | Wieland | Branau | 2,76 Mio. | FCA, NEA |
| Deutscher Kulturverein St. Johann | Szent János Német Kultúregyesület | Raitzenmarkt/Ráckeve | Pesth | 2,7 Mio. | NEA, NKA |
| Deutsche Nationalitätenstiftung Hidikut | Pesthidegkút Német Nemzetiségi Alapítvány | Budapest 2 | Budapest | 2,64 Mio. | VCA, NEA |
| Verein Deutsche Nationalitätenjugendblaskapelle Hajosch | Hajósi Német Nemzetiségi Ifjúsági Fúvószenekari Egyesület | Hajosch | Batsch-Kleinkumanien | 2,6 Mio. | FCA |
| Verein Ungarisch-Deutscher Freundeskreis Bawaz | Babarci Magyar-Német Baráti Kör Egyesület | Bawaz | Branau | 2,57 Mio. | NKA |
| Ungarisch-Deutscher Kulturverein Wikal | Bikali Magyar-Német Kulturális (Barátsági) Egyesület | Wikal | Branau | 2,47 Mio. | FCA, NEA |
| Deutsch-Ungarische Lebensbaum-Stiftung | Életfa-Lebensbaum Magyar-Német Alapítvány | Bonnhard | Tolnau | 2,35 Mio. | NEA |
| Verein der Eleker Deutschen | Eleki Németek Egyesülete | Elek | Bekesch | 2,25 Mio. | NEA |
| Rosenbrücke Hanselbeck Verein für Schwäbische Traditionspflege | Rosenbrücke-Hanselbeck Sváb Hagyományőrző Egyesület | Hanselbek | Pesth | 2,2 Mio, | VCA, NEA, NKA |
| Stiftung "Ein Herz für Kinder" für den Deutschen Nationalitätenkindergarten Großturwall | Csupaszív Alapítvány a Törökbálinti Német Nemzetiségi Óvodáért | Großturwall | Pesth | 2,18 Mio. | NEA |
| Verein der Deutschendorfer in Balmazújváros | Balmazújvárosi Németfalusiak Egyesülete | Balmazújváros | Haiduckenboden-Bihar | 2,15 Mio. | NEA |
| Deutscher Musikverein für Traditionspflege Harast | Haraszti Hagyományőrző Német Zenei Egyesület | Harast/Dunaharaszti | Pesth | 2,09 Mio. | NEA |
| Die Bergländer Buam Deutscher Nationalitätenverein | Die Bergländer Buam Német Nemzetiségi Egyesület | Werischwar/Pilisvörösvár | Pesth | 2 Mio. | VCA |