Die Vorstandsmitglieder unseres Vereins unternahmen letzten Monat eine Rundreise in Österreich und statteten Besuche bei unseren engsten Partnerorganisationen und Freunden ab. Anlass für den Visit war der 96. Todestag von Edmund Steinacker, anlässlich dessen unsere Mitglieder und Unterstützer eine würdige Gedenkveranstaltung zu Ehren der großen ungarndeutschen historischen Persönlichkeit abhielten. Neben der erinnerungspolitischen Ausrichtung unseres Programms besuchten wir unsere wichtigsten Partnerorganisationen in Österreich, die VLÖ und die ÖLM, um die Grundlagen für eine tiefere zukünftige Zusammenarbeit niederzulegen. Während des diesjährigen Treffens hatten auch unsere jungen Mitglieder die Gelegenheit, sich bei unseren altösterreichischen Verbündeten vorzustellen und ihre Arbeit für die deutsche Nationalität in Ungarn zu präsentieren sowie die Richtlinien für die aufzubauende Kooperation zwischen dem Ungarndeutschtum, den anderen ostmitteleuropäischen altösterreichischen deutschen Minderheiten und Österreich als Mutterland festzulegen.
Für unsere Österreichreise wählten wir den 21. März, den nächstgelegenen Termin zum Todestag von Edmund Steinacker (19. März), da uns der Weg zur ersten Station unseres Programms zum Friedhof von Klosterneuburg führte, wo das Grabmal der großen ungarndeutschen historischen Persönlichkeit liegt. Der Verein ehrte Steinacker erstmals 2019, anlässlich seines 90. Todestages, auf dem Friedhof von Klosterneuburg. In diesem Jahr gelang es uns zum zweiten Male, die Gedenkveranstaltung in wiederholter, traditionsstiftender Form zu verwirklichen, bei der sich auch Mitglieder des Verbandes der deutschen altösterreichischen Landsmannschaften in Österreich (VLÖ) präsent waren, wie der Präsident des Verbandes, Ing. Norbert Kapeller, der sich uns anschloss, um seine Ehrenbekundung abzulegen. In der Rede von Vorstandsmitglied Stefan Pleyer wurde Steinackers Lebensweg mit den Herausforderungen und Mission der heutigen Generationen verknüpft – er ging auch auf die Ergebnisse des nach Edmund Steinacker benannten Stipendiums ein, das von der Jakob Bleyer Gemeinschaft in den letzten Monaten unter Mitwirkung von mehreren engagierten ungarndeutschen Studenten vergeben wurde.
Nach der Gedenkfeier lud Präsident Kapeller unsere Mitglieder zu einem freundschaftlichen Mittagessen ein, um über die aktuellen Aktivitäten der JBG und ihre zukünftigen Pläne mehr zu erfahren. Zudem erhielten unsere jungen Mitstreiter die Gelegenheit, sich vor der traditionsreichen Organisation des VLÖ vorzustellen. Präsident Kapeller betonte: Die Unterstützung der altösterreichischen ostmitteleuropäischen Minderheiten seitens der VLÖ und der Bundesrepublik Österreich müsse ausgebaut werden, da in diesem Bereich unser österreichisches Mutterland großes Entwicklungspotenzial besäße, wie zum Beispiel im Bereich der deutschsprachigen Bildung in Ungarn, des Unterstützungssystems oder der wissenschaftlichen Zusammenarbeit. Im Laufe des Treffens wurde ein Konsens darüber erzielt, dass in den auslandsdeutschen Gemeinschaften unserer Region die altösterreichische Identität wiederhergestellt werden soll.
Von Klosterneuburg aus nahm unsere Delegation die Richtung nach Wien, um Prof. Dr. Hans Dama, unseren anerkannten und berühmten Germanisten, Schriftsteller und Dichter aus unserer mitteleuropäischen donauschwäbischen Szene, kennen zu lernen. Dem in Wien lebenden banaterschwäbischen Kulturschaffenden wurden unsere jungen Bleyerianer von JBG-Vorstandsmitglied Prof. Dr. Nelu Bradean-Ebinger vorgestellt, der uns mit einem selbstverfassten Gedichtband und neben Deutsch auch mit einigen ungarischen Sätzen beschenkte. Bei der herzlichen heimischen Begrüßung gewährte Prof. Dama auch Einblicke in sein aktuelles literarisches Schaffen.
Unseren Besuch beendeten wir im Wiener Hauptsitz der Österreichischen Landsmannschaft, wo unser alter Freund, Herr Christoph Bathelt, Funktionär und ÖLM-Verantwortlicher für das Ungarndeutschtum, uns empfing. Nachdem sich Herr Bathelt über die laufenden Angelegenheiten der Ungarndeutschen sowie über die Aufgaben und Pläne unseres Vereins für dieses Jahr informiert hatte, waren wir uns einig, dass wir die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen unseren Organisationen weiterhin fortsetzen werden.
Von der Fuhrmannsgasse aus begannen wir bereits unsere Heimreise in Richtung Ungarn und nahmen Abschied auch von unseren altungarndeutschen heidebauer’schen Ahnendörfern im Burgenland, als wir die Grenze passierten. Zum Glück konnten wir den 21. März als einen erfolgreichen Tag verbuchen, an dem die Zusammenarbeit zwischen der JBG, der ungarndeutschen Nationalitätengemeinschaft in Ungarn und den (alt-)österreichischen Partnerorganisationen neuen Schwung erhielt, von dessen Ergebnissen auch unsere geschätzten Leser bald erfahren können werden. Wir danken unseren Vorstandsmitgliedern, Herrn Prof. Dr. Nelu Bradean-Ebinger, für die organisatorische Arbeit sowie Herrn Patrik Schwarcz-Kiefer für den inhaltlichen und logistischen Beitrag zur Reise.