„Man kann Minderheitenpolitik nicht aus der Opposition heraus betreiben”

„Man kann Minderheitenpolitik nicht aus der Opposition heraus betreiben”

LdU-Spitzenkandidat Gregor Gallai stellte sich Fragen der Tageszeitung „Népszava”

Am 15. Januar gab der Kandidat der Deutschen Liste, Gregor Gallai, der linksliberalen Tageszeitung „Népszava” ein Interview. Darin stellte sich Gallai den Fragen des Journalisten Gábor Czene nach seiner Politikauffassung, der Bilanz der Minderheitenpolitik der Orbán-Regierungen und seiner zukünftiger Rolle.

Das Blatt geht von einem Wahlsieg des Kandidaten aus und fragte Gallai nach den Gründen des Wechsels an der Spitze der Deutschen Liste: Der 50-Jährige spricht im Interview von einem Generationenwechsel und seiner Vergangenheit als Leiter des Stabs von Emmerich Ritter, was ihm einen Einblick in die parlamentarische Arbeit ermöglicht habe – diese Tätigkeit des deutschen Abgeordneten bewertet Gallai rückblickend als positiv. Auch die Minderheitenpolitik der Fidesz-Regierung sieht er positiv: Diese habe sich den Anliegen der Nationalitäten gegenüber stets offen und konstruktiv gezeigt.

Der Kandidat sei kein Parteimitglied, aber pflege enge Kontakte und Freundschaften zu beiden politischen Lagern, da er den Dialog und das gegenseitige Zuhören für wichtig halte – er nennt dabei den MSZP-Abgeordneten István Hiller namentlich (den aus Ödenburg stammenden Abgeordneten haben wir im SB 1/2025 vorgestellt).

Auch nach seiner zukünftigen Rolle wird der Kandidat befragt – als Ausgangspunkt wählt der Interviewer das umstrittene Abstimmungsverhalten des amtierenden deutschen Abgeordneten Emmerich Ritter. Gregor Gallai bekräftigt, dass man „in Kooperation mit der Regierung” abstimmen soll, solange eine Regierungspolitik im Sinne der Minderheiten praktiziert werde, und nennt dafür internationale Beispiele. Dennoch behalte man das Recht vor, auf Gefahren, die auf das Land und die Minderheiten lauerten, hinzuweisen. Denn man dürfe nicht gleichgültig bleiben. Auf der anderen Seite soll man, so Gallai, eine Grenze ziehen, wie tief man sich mit aktualpolitischen Angelegenheiten auseinandersetze, die die Nationalitäten nicht betreffen. Ein Normensystem, ausgearbeitet von der Landesselbstverwaltung, soll hier eine Hilfestellung leisten.

Auf die Frage, über wessen Sieg er sich freuen würde, gibt Gallai zum Schluss eine dodonische Antwort, denn er denke an die Gemeinschaft im Ganzen: „Was ich sicher weiß, ist, dass überall im Lande, diesseits der Donau und jenseits der Theiß in kleinerer oder größerer Zahl Deutsche leben.”  

Quelle: https://nepszava.hu/3308214

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